Digitalisierung in der Maschinenstickerei

Führende Stickgarnhersteller markieren die Garnkonen mit scanbaren Codes

Auch wenn die Maschinenstickerei ein Handwerk ist, so hält natürlich auch in diesem Bereich die Digitalisierung in vielen Bereichen Einzug. Die Hersteller der Punch-Software (damit werden grafische Vorlagen und Schriftzüge digitalisiert, um sie für die Stickmaschine lesbar zu machen) haben beispielsweise in den letzten Jahren in enger Zusammenarbeit mit den Stickmaschinenmarken einige beeindruckende neue Tools geschaffen. So finden sich im Bereich der Mass Customization neue Lösungen, um auch Einzelstücke ohne grossen Aufwand besticken zu können. Eine der neuen Anwendungen ermöglicht es, von Hand auf einem Tablet etwas zu schreiben, was unmittelbar danach auf ein Textil gestickt werden kann.

Je moderner und digitaler die Stickereibetriebe werden, desto wichtiger ist es auch in der Vorstufe, diese Entwicklungen voranzutreiben. Im Bereich der Stickgarne hat die Firma Amann mit Sitz in Bönnigheim bereits 2018 die Konen ihres Stickgarns Isacord mit einem speziellen 2D Code gekennzeichnet. Nun haben auch die Garnhersteller Gunold und Madeira die Beschriftungen Ihrer Stickgarnkonen angepasst.

Das Unternehmen Gunold mit Firmensitz in Stockstadt unterstützt seine Kunden auf ihrem Weg hin zur digitalen Transformation und stattet ab sofort sämtliche Garn Conen und Miniking Conen mit einem innovativen DM-Label aus.

DM steht für Data-Matrix und ist einer der bekanntesten Typen der 2D-Codes für eine dauerhafte Direktbeschriftung in der Produktion, der mittels Scanner gelesen werden kann. „Garnconen elektronisch auslesen zu können, bringt enorme Vorteile für unsere Kunden. So lässt sich zum Beispiel schnell und bequem feststellen, auf welcher Maschine, auf welchem Stickkopf welche Farbe platziert ist“, erklärt Marketingleiter Stephan Gunold. Ein Beispiel von vielen für die Vorteile der neuen gelabelten Garnrollen für die Kunden.

Auf dem Weg hin zur Digitalisierung zählt für die Unternehmen jeder einzelne Baustein und hier setzt Gunold mit seiner neuen Produktkennzeichnung der Garnconen und Miniking Conen an. Auf kleinster Fläche sind oben auf den Garnrollen sämtliche Informationen zu der jeweiligen Garnrolle auf einem Label aufgedruckt. Die selbstklebenden Label zeigen neben dem scannbaren Data Matrix Code weitere zum Teil codierte Informationen wie Material, Farbe, Herstellungsort, Garnlänge usw.

Die Label werden direkt im Firmensitz von Gunold in Stockstadt mit einem speziell dafür ausgestatteten Drucker gedruckt und anschließend dauerhaft auf die Conen aufgeklebt. Für das Aufstecken an die Maschine gibt es ein speziell dafür aufgedrucktes und geschlitztes Kreuz, sodass auch anschließend sämtliche Informationen bezüglich der Garnrolle ausgelesen werden können.

Seit Frühjahr 2019 werden nun alle Garnconen der Gunold GmbH sukzessive mit den neuen Labeln versehen. Stephan Gunold: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit den neuen Labeln einen weiteren innovativen Beitrag liefern und unsere Kunden künftig noch flexibler, schneller und optimierter am Markt agieren können!“, so Stephan Gunold.

Auf Wunsch vieler Kunden und Maschinenhersteller hat auch der Freiburger Stickgarnhersteller Madeira die Kennzeichnung der wichtigsten Garne (MSC Mini-Snap-Conen und große Konen) um einem Data-Matrix-Code ergänzt, der von Industriescannern in der Textilherstellung ausgelesen werden kann. Damit ist eine Identifizierung der auf dem Maschinenkopf verwendeten Garne ermöglicht. Nach Aussage von Sebastian Schade, Head of Global Marketing, unterstützen die wichtigsten Madeira Produkte bereits heute die steigende Nachfrage nach Automatisierungspotential, die in Industrie 4.0 / Internet of Things Anforderungen definiert werden. Standardmäßig enthält der Code Art. Nr., Farb.Nr.. Die Anpassung der Informationen an zukünftigen Bedarf ist lt. Informationen aus Freiburg ebenso vorgesehen.

Fotos: Gunold, Madeira

Text: Reiner Knochel