Chancen für Zukunftsgestalter

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Dieser Satz von Michail Gorbatschow ist für Unternehmen, die sich nicht auf die verändernden ökologischen und sozialen Rahmenbedingungen einstellen, aktueller denn je. Die Zukunft gehört mit Ecodesign den weitsichtigen Zukunftsgestaltern.

Viele Unternehmer handeln noch so, als ob es den Klimawandel nicht gäbe. „Das ist bedauerlich, weil sich gerade hier für Unternehmen große Chancen eröffnen“, betont Bianca Seidel, Unternehmensberaterin und Ecodesign-Expertin, von der wertebasierten Unternehmensberatung Bianca Seidel Consulting. „Mit zukunftsfähigen Produkten und Dienstleistungen können Unternehmer sich früh Wettbewerbsvorteile sichern, indem sie schon heute mit innovativen Lösungen an der lebenswerten Welt von morgen bauen.“

Ecodesign ist für diese Zukunftsgestalter ein wirkungsvolles Instrument. Denn Ecodesign geht weit über die rein ökologische Gestaltung von Produkten hinaus. In einem ganzheitlichen Ansatz werden wirtschaftliche, ökologische, soziale, ethische, technische und rechtliche Aspekte in der Produktentwicklung berücksichtigt. So entstehen Produkte und Dienstleistungen, die den sich verändernden Rahmenbedingungen gerecht werden. Wie wichtig dies ist, haben in diesen Tagen auch RWE und die Automobilindustrie erfahren müssen. Ob sie zu spät kommen, wird sich bald zeigen. Denn eins ist sicher: Schaffen Unternehmen die Wende nicht, werden andere ihren Platz einnehmen, die agiler und innovativer auf die Herausforderungen der Zeit reagieren.

Unternehmen wie das niederländische Jeans-Label MUD. Hier kaufen Kunden ihre Jeans nicht, sondern leasen diese. Nach Ende der Mietzeit schicken sie ihre Jeans zurück und MUD recycelt sie. Das spart Wasser. Von den mehr als 7.000 Litern Wasser für die Herstellung einer herkömmlichen Jeans kann MUD rund 40% einsparen. Darüber hinaus verfolgt das Unternehmen bei der Produktion eine Verringerung des CO2-Ausstoßes und setzt sich für faire Arbeitsbedingungen ein.

Einen anderen Ansatz verfolgt das Unternehmen VAUDE mit der Green Shape Core Collection. Ziel ist es, für diese Outdoor-Kollektion nur die nachhaltigsten Funktionstextilien einzusetzen. Zusätzlich treibt das Unternehmen dort Entwicklungen an, wo Lösungen fehlen. So werden beispielsweise Kunststoffe aus Mineralöl durch Kunststoffe auf Pflanzenölbasis ersetzt. Zertifizierte Naturmaterialien werden innovativ mit recyclefähigen oder biobasierten Funktionsmaterialien verknüpft. Alle letztendlich eingesetzten Materialien wurden zudem kritisch nach ökologischen und sozialen Gesichtspunkten geprüft.

Beide Beispiele zeigen, worum es beim Ecodesign geht. Materialien und Ressourcen sollen möglichst effizient eingesetzt und gleichzeitig soziale und ethische Aspekte in der Produktentwicklung und -fertigung berücksichtig werden.

Mehr über Ecodesign erfahren Sie im Vortrag „Make fashion great again“ am 9. Januar 2019 von 10.15 bis 11.00 Uhr auf der PromoTex Expo-Bühne Forum 13 in Halle 13 A16.

Bild Fashion: Vaude
Bild Cotton: MUD