157.000 Kilogramm weniger CO2 pro Jahr

Mehr ökologische und soziale Nachhaltigkeit in der Produktion und weniger Ressourcenverbrauch: Das wollen viele Unternehmen der Bekleidungsindustrie in den nächsten Jahren umsetzen. Lesen Sie beispielhaft, wie man dem Ziel näherkommen kann.

Ressourcen eingespart: Corporate Fashion Anbieter Hakro aus Schrozberg in Baden-Württemberg konnte durch ein umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement viele Ressourcen im Bereich Verpackung einsparen. Laut gerade veröffentlichtem Nachhaltigkeitsbericht verbrauchte Hakro im letzten Geschäftsjahr rund vier Tonnen Papier und Pappe sowie 1,5 Tonnen Kunststoff weniger. Möglich wurde das, weil Hemden und Blusen ohne Metallclips, innere Kragenverstärker aus Kunststoff, Kartoneinlagen aus Pappe, Seidenpapier sowie Hangtags verschickt werden. Die T-Shirts werden zudem nicht mehr einzeln verpackt, sondern in Einheiten von 5er- oder 10er Packs eingetütet. So konnten jährlich ca. 22 Tonnen Kunststoff eingespart werden. Das ist nicht nur gut für die Ökobilanz, laut Hakro freuen sich auch die Abnehmer über weniger Müll.

Sozial engagiert: Berufsbekleidungsspezialist Engelbert Strauss baut gemeinsam mit regionalen Produktionspartnern im ländlichen Süden Bangladeschs die weltweit erste Workwear Academy. Ziel ist es dort, den Nachwuchskräften eine umfassende Ausbildung zu ermöglichen, an neuen Verarbeitungstechnologien zu arbeiten und sich für die Einhaltung von Sozialstandards zu engagieren. Zudem sollen die eigenen Mitarbeiter dort die Produktion besser kennen lernen. Langfristig soll der Campus in Chittagong dazu beitragen, komplexer werdende Textilien und mehr Wertschöpfung in Bangladesch möglich zu machen.

Kohlendioxid-Ausstoß halbiert: Funktionsfaserspezialist PrimaLoft konnte durch ein neues Herstellungsverfahren die CO2-Emissionen nahezu halbieren. Bei traditionellen Verfahren werden die Isolationsfasern durch Wärme miteinander verbunden. Bei der neuen Primaloft P.U.R.E. Technology („Produced Using Reduced Emissions“) verzichtet das Unternehmen auf dieses Erhitzen und spart so 157.000 Kilogramm CO2 pro Jahr. An der Funktionalität der Materialien soll sich dadurch nichts ändern, so das Unternehmen. Die ersten Produkte kommen erstmals im Herbst 2020 auf den Markt, zunächst exklusiv mit Outdoormarke und Nachhaltigkeits-Pionier Patagonia.

Recycling leicht gemacht: Wie kann eine Musikband ihre unverkauften, alten Tournee T-Shirts weiter nutzen? Die international erfolgreiche Band „The 1975“ aus Manchester holte die T-Shirts zurückliegender Tourneen aus der Mottenkiste und ließ sie einfach mit dem Design der neuen Tour überdrucken. Es entstanden T-Shirts, die ganz unterschiedlich aussehen und zugleich von der Bandgeschichte erzählen. Außerdem können Fans auf der Tour auch private alte T-Shirts mit dem neuen Design bedrucken lassen. Dass es den Künstlern dabei um Nachhaltigkeit geht, zeigt ihr im Juli veröffentlichter Song mit einer Rede der Klima-Aktivistin Greta Thunberg. Wie das aussieht, sehen Sie auf dem Instagram-Account der Band.